Kann es sein, die Politik ist sehr Zurückhaltend bei der Verkehrswende, sondern hat sich mit dem Thema noch nicht wirklich beschäftigt. Warten die Kommunen auf Gesetze der großen Politik oder gar auf Vorgaben der EU, die sie dann schleppend umsetzen.

Kertin Schwenn, Wirtschaftskorrespondentin in Berlin für die FAZ, schrieb:

Umkehr ist für Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer kein verlockender Gedanke. Aus seiner Abneigung gegen das Wort „Verkehrswende“ macht der CSU-Politiker keinen Hehl. Wenden müsse nur jemand, der vorher falsch gefahren sei, sagt er. Die Politik wolle nach vorn, wolle Mobilität weiterentwickeln. „Wir wollen eine moderne Mobilität, die die Bedürfnisse der Menschen kennt und die verschiedenen Verkehrsträger vernetzt.“ Dabei setzt die Politik in Zeiten, in denen die Luftreinhaltung in den Städten auf Druck der Gerichte und der EU-Kommission großgeschrieben wird, mehr denn je auf den Ausbau von Bussen und Bahnen.

Ich empfehle den Kommunen nicht auf die große Politik zu warten, das wird nichts, solange keiner der Verantwortlichen den Willen zum Umbau hat und sich nicht dem selbständigen Denken aussetzt. Kommunale Entscheider/innen sollten dabei auf die schweigende Mehrheit zielen und sich nicht von lauten Protesten übermotivierter Autofahrer/innen irritieren lassen.

Ein Denkansatz sollte unsere Volksvertreter begleiten:
Bei jedem neunen Bauvorhaben muss dem/der Nutzer/innen emissionsarme Verkehrsmitteln zu günstige Rahmenbedingungen angeboten werden, sei es eine günstigen Anbindung an den Öffentlichen Personenverkehr, ebenerdige Fahrradabstellräume, gut erreichbare Aufladestationen für Elektromobilität oder Ausleihstationen für Lastenräder. Insbesondere bei Neubauvorhaben ist das frühzeitige „Zusammendenken“ der Stadt- und Verkehrsplanung wichtig, um zukunftsweisende Schritte für eine nachhaltige Stadtentwicklung gehen zu können.